^ 27S
zum Wirth und hole Sic uns einige Flaschen des bestenWeines!"
Bellona weigerte sich, mit der Erklärung, daß sievon den werthcn Eltern keinen Auftrag dazu habe.Der schlaue Gustav zuckte mit den Achseln, als ob ersich darein ergebe, setzte sein Bierglas an den Mund, thateinen Schluck und sagte: „Das Bier ist besser, als ichdachte; es schmeckt wirklich gut."
Da sich der Wildfang so artig bezeigte und dem Weinezu entsagen schien, ging Bellona, die den Tisch immerumwandelt hatte und müde geworden war, in ein ansto-ßendes Kabinet und setzte sich nieder- Gustav winkteseinen Tischgesellen, keinen Lärm zu machen; er wollte dieWächterin einschläfern. Nach zehn Minuten hatte sich dieHeldin auch wirklich vom Schlafe besiegen lassen. Der Bubedrückte jetzt die offen gelassene Thür leise zu, verschloß sic,lief zum Wirth und forderte Wein.
Der Wirth nahm einigen Anstand, weil ihm kein Befehlzugekommen war, seine jungen Gäste damit zu bewirthen-„Sie kennen mich wohl nicht?" sagte Gustav. „Ich binder Sohn des regierenden Bürgermeisters und werde dieSache verantworten." Da konnte der Eulenwirth, derseiner Obrigkeit sehr unterwürfig war, nicht länger wider-stehen und lieferte die verlangten drei Flaschen.
Gustav hätte mehr gefordert, wenn es seine Absichtgewesen wäre, die ganze Gesellschaft mitzcchen zu lassen.Aber nur fünf Knaben, die beinahe seines Alters waren,lud er dazu ein. Anfangs tranken sie still und ehrbar;als ihnen aber der Nebcngeist zu Kopfe stieg, jauchzten sielaut, sangen Trinklieder und stießen mit den Gläsern zu-sammen. Darüber erwachte Bellona, donnerte mit derFaust an die Thür, und rief: „Ausgemacht!" Niemand ge-