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die Amtswohnung im Schlosse verlassen und in der Stadtein Haus am Markte bezogen. Ferdinand war aufder Universität, und Luise lebte noch unvcrhcirathet beiden Eltern, ob sie gleich wegen ihrer ausgezeichnetenSchönheit und Anmuth schon im Laufe der letzten zweiJahre verschiedene Freier gehabt, aber höflich abgelehnthatte, weil sie keinen derselben zu lieben vermochte.
Eines Tages, als sie, mit einer künstlichen Stickereibeschäftiget, am Fenster saß, fuhr ein Reiscwagen, mitsechs Postpferden bespannt, am Gasthose vor. Die aus-steigenden Personen konnte sie nicht sehen, weil sie dergroße Wagen bedeckte. Bald aber ward er nach demSchoppen gebracht; der herrschaftliche Jäger erschien ander Thür, und neben ihm stand der Gastwirth, der miterhobener Hand nach des Amtmanns Wohnung herüber-zcigte. Luise sprach darüber mit ihren Eltern, die esnicht glauben wollten, daß von ihrem Hause die Rede sep.Aber bald kam der Jäger über den Markt herüber, tratins Haus und meldete den eben eingetroffencn Grafenvon Rodenbach, dessen Namen der Amtmann nie ge-hört hatte, zum Besuch.
Das Gesellschaftszimmer ward aufgeschlossen, Mutterund Tochter wandten kein Auge von der Pforte des Gast-Hofs. Nach einer Viertelstunde trat ein ältlicher Mann,in Begleitung eines Jünglings, heraus. Die Frauenzim-mer zogen sich vom Fenster zurück. Der Amtmann gingden Ankommenden bis an die Treppe entgegen.
Als sie herauf kamen und einander begrüßten, schienendie Fremden dem Amtmann einiger Maßen bekannt; erkonnte sich aber durchaus nicht erinnern, wenn und woer sie gesehen hatte. Er führte sie ins Besuchzimmer; sienahmen Platz.