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unverdächtig scheinen!" fuhr der Vater fort. „Auch ihranständiges Betragen und ihre gebildete Sprache habenmich ganz für sie eingenommen. Darum will ich derFrau und dem Knaben erlauben, vom Morgen bis zumAbend der Freiheit zu genießen und nach Gefallen spa-zieren zu gehen."
„Ja, liebes Väterchen, ja!" frohlockte Luise, undFerdinand sprang vom Tische nach der Thur.
„Wohin? wohin ?" rief der Vater.
„Ich will's dem Amtsdicncr sagen, daß er Mutter undSohn in Freiheit setzen soll."
„Laß das, mein Sohn! Er möchte dir vielleicht nichtglauben, und das würde dich beschämen. Ich selbst willcs ihm nach Tische befehlen."
Die Kinder waren damit zufrieden, ermahnten aberden Vater recht ernstlich, die Sache nicht zu vergessen.
Die Amtmännin nahm einige Minuten lang keinen An-theil an dem Gespräche, war aber indessen nicht unthätig.Sie theiltc von dem Braten, der auf dem Tische stand,für die Gefangenen so ansehnlich ab, daß ihr Gatte durchLächeln und sanftes Kopfschütteln zu verstehen gab: dieSpende sep gar zu reichlich. Die Wohlthäteriu nahmaber von der kloinen, hoch gehäuften Schüssel nichts zu-rück: denn ob sie gleich eine sehr wirthliche Hausfrauund erklärte Feindin aller Verschwendung war, so zeigtesie doch stets, wenn sie Armen und Bedrängten beistehenkonnte, eine edelmüthige Freigebigkeit.
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' Die Vurgschast.
Der Amtmann hielt nach Tische sein Wort. Er ordnetedie beschlossene Freilassung der Mutter und des Sohnes an.