»en Rock; doch war dieser Verlust dcßwegen bedeutend,weil er zugleich den in der Rocktasche aufbewahrten, ihmin seiner vorigen Wohnstadt ausgefertigten Reisepaß cin-büßtc. Dieser Mangel veranlaßte seine Verhaftung."
„Der arme Mann ist zu bedauern;" sagte die Amt-männin. „Seine Aussage ist so einfach und natürlich,daß sie kein unwahrscheinliches Wort enthält."
„Dieser Mepnnng bin ich selbst;" erwiederteSiegfried.„Hätt' ich freie Hand, ich bedächte mich keinen Augenblick,der wandernde» Familie einen neuen Paß auszufertigenund sie damit zu entlassen. Aber Gesetz und Verfassunggebieten mir, bei dem Magistrate der Stadt, wo Wer-ner vormals wohnte, Erkundigung einzuziehen, ob sichalles so verhält, wie er es aussagte."
7 .
Die guten Kinder.
„Ach, Himmel!" fiel Ferdinand ein: „der Weg istweit; die Posten gehen langsam; da kann wohl die Ant-wort einen Monat ausbleiben."
„Wenigstens!" antwortete der Vater. „Und ist viel-leicht der dortige Magistrat gewohnt, in seinen Geschäftenetwas saumselig zu seyn, so mögen wir sechs Wochenoder gar zwei Monate harren."
„Und so lange sollen die guten Menschen gefangen fitzen?"fragte Luise mit Wehmuth.
„Das kann ich nicht ändern, mein Kind!" antworteteder Vater. „Man weiß ja noch nicht, ob sich ihre Aus-sage bestätigen wird."
„O gewiß, gewiß!" riefen die Geschwister.
„Ich habe schon gesagt, daß mir die Gefangenen ganz