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Der Amtmann ging, sein Morgcnpfeifchen ranchend, tmZimmer auf und ab, und sah, als er einmal durch's Fen-ster blickte, die Gefangenen, von bewaffneten Bauern um-ringt, ankommen. „Da bringt man Arrestanten!" spracher kaltblütig, weil dergleichen Gäste keine Seltenheit waren.
Seine beiden Kinder, Ferdinand und Luise, spran-gen und riefen einstimmig: „Die armen Leute! Sie sehengar nicht wie Verbrecher aus; sie haben gewiß nichts Bö-ses gethan!"
„Das wird sich ausweiscu;" sagte der Vater. „Es istrecht und billig, jeden Menschen so lange für gut undwacker zu halten, als das Gcgentheil nicht erwiesen ist.Aber ein Richter muß oft, seinem Herzen entgegen, man-chem unschuldigen Manne Vergehungen beimcssen, vonwelchen ihm nur ein Schatten der Möglichkeit vorschwcbt.Darum war es das widrigste Geschäft meines Lebens, daßich in frühem Jahren einige Mal die nun, der Vernunftscp Dank! abgcschaffte Folter veranstalten und dabei ge-genwärtig scpn mußte."
Gutherzigkeit.
Jetzt ließ der Gcrichtsschöppe, der die Gefangenen be-gleitet hatte, um Gehör bitte», und ward vorgelassen. Erübergab einen von dem Gastwirthc, der zugleich Dorfrich-ter war, erstatteten schriftliche» Bericht.
Der Amtmann begann zu lesen, schüttelte jedoch bald denKopf und sagte: „Es ist ein wahrer Jammer, wenn je-mand, der Buchstaben zu schreiben glaubt, nichts als Krä-henfüße zu Papier bringt. Deutlichkeit ist jeder Handschrifterstes Gesetz. Euer Schulz aber schreibt lauter Räthsel.