138
thut kein Finger weh. Seine Krankheit ist nur/ wie ersagt, eine poetische Dichtung gewesen, durch die er mirhat zu verstehen geben wollen, daß er mir gut scp. —
„Das mag er bleiben lassen !" rief der Papa und stampftezornig mit dem Fuße: „Ich verbiete dir hiemit, ihm wie-der gue zu scpn; denn seine Armuth ist keine poetische Er-dichtung." —
Dessen ungeachtet liebelten die Leutchen unter der Handfort und verlobten sich sogar in der Stille. Junker Fritztrug einen Korb mit sich herum, ohne daß er es wußte.Auch die beiden Alten schwatzten noch täglich von seinerund Malchcns künftiger Hochzeit. > Sie war oft dabei, wi-dersprach aber mit keinem Worte, sondern dachte: KommtZeit, kommt Rath. —
Indessen ahnte der kränkelnde Commcrzienrath, daß sei-nes Bleibens auf Erden nicht lange mehr scpn werde. Ermachte sein Testament, ernannte darin den Hofcommiffärzum Vormunde seines unmündigen Sohnes, und ließ sichvon seinem Busenfreunde nochmals mit Hand und Munddie eheliche Vereinigung ihrer Grundstücke und Kapitaleversprechen. Als er sein Haus so wohl bestellt hatte, gaber der Welt Valet.
Sirbcntes Kapitel.
Schnubclwcide und HerzcnSprsifung.
Der Wallfischwirth begann also (wie wir am Ende desfünften Kapitels vorläufig sagten) ein Gespräch mit demJunker und ließ, um ihn eine Weile festzuhaltcn, ein paarfrische Teller mit Obst und Kuchen, wovon Friß ein Lieb-haber war, aus den Tisch setzen.