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»Büßt Amor einst durch Zufall seinen KöcherUnd Bogen ein,
So darf er nur von Matchen einen FächerDafür entleih».
Gefährlicher, als es mit seinen PfeilchcnDer Schalk vermag,
Verwundete den arme» Dichter VeilchenIhr Fächerschlag.n —
Mamsell Falkner, ein Gänschen von Haus aus, ver-nahm bei dieser Gelegenheit von Amorn und seinen Waf-fen das erste Wort und las das Gedichtchcn zehn Mal,ohne davon eine Sylbe zu verstehen. Sie begriff endlichmit Mühe und Noth so viel, daß darin von einer gefähr-lichen Verwundung die Rede war. Dieß setzte sie in Angst,und sie befürchtete in ganzem Ernste, das zartgebaute Schrci-berlein blutrünstig geschlagen zu haben. Selbst ihr Vater,den sie darüber zu Rathe zog, konnte keinen andern Sinnherausgrübeln und schmählte: „Was du für Streiche machst!Am Ende müssen wir noch Schmerzengeld und den Wund-arzt bezahlen. Darauf legt er's schon an, der Rabulist;denn in der vorletzten Zeile klagt er über Armuth." —Matchen ward immer ängstlicher und fertigte geschwindeine Magd ab, die sich bei dem Nathsschrciber nach seinemBefinden erkundigen sollte.
Der zärtliche Dichter nahm diese Botschaft für einennaiven, lockenden Scherz an. Er eilte zu ihr auf Flügelndes Entzückens. Sie schrie vor Freude laut auf, als sieihn so frisch und gesund sah. Er erklärte ihr seine Poesieund zugleich mit prosaischer Deutlichkeit seine Liebe. Hoch-«rröthend lauschte sie mit Vergnügen: doch that sie böseund hielt sich beide Ohren zu.
Als er sich wieder empfohlen hatte, lief sie zum Vater.Papa, sprach sie fröhlich, Herr Veilchen war hier! Ihm