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lichkcit. Diese gegenseitige Verachtung hinderte jedoch we-der sie, noch ihn, an ihre künftige Ehe mit der vollkom-mensten Gemüthsruhe zu denken. Es war in ihrer Va-terstadt allgemein Mode, ohne Befragung des Herzens zuheirathen, wenn man nur sonst seinen Vortheil dabei fand.
So standen die Sachen, als Herr Veilchen, der eben erstvon der Universität zurückkam, zum Nathsschrciber ernanntward. Das nette, zarte Bürschchen erschien wie ein neuer,glänzender Stern, und höfelte den Schönen so artig, alsin den Mauern des Städtleins seit dessen Erbauung nichtgeschehen war. Man sah seine Lust daran, wenn derschmeichelnde Leichtfuß von einer zur andern hüpfte, jederein schelmisches Wörtchen in's Ohr raunte, sich dann mitschalkhaftem Gelächter und komischer Furchtsamkeit schnellzurückzog, und hier mit vertraulichen Schimpfnamen, dortmit Fächerschlägen verfolgt ward. Er gaukelte besondersgern um Malchen herum, weil sie das schönste und reichsteMädchen in Tanncnbühl war; und sie ward es nicht müde,ihn für seine Schalkheiten zu züchtigen und ihn einen losenMan», einen Bösewicht u. s. w. zu schelten. Einsmalsstrafte sie ihn so nachdrücklich, daß ihr Fächer in Stückebrach.
Das war ihm eine erwünschte Gelegenheit, sie mit einemGeschenke zu überraschen. Er machte dcßhalb eine Reisenach der Hauptstadt und durchlief alle Galanterieläven, biser endlich einen kostbaren Fächer fand, der seinen eigen-sinnigen Geschmack befriedigte. Dieses kleine Wunderwerk(das Gräfinnen zu theuer gewesen war und seine Kassebeinahe um die Besoldung eines Monats schwächte) sandteer Malchen in der Hülle eines seivenen Bandes, woraufmit goldenen Buchstaben folgende Verse gedruckt waren: