Oheim um Unterstützung und Aufnahme zu bitten. Erantwortete, daß er sie erwarte. Sie machte sich sogleich,nach ihrer Gewohnheit, zu Pferde auf den Weg und be-stimmte ihrer Kammerfrau, welche noch mit dem Verkaufdes väterlichen Haus- und Fclvgeräthcs be-schästiget warund ihr dann zu Wagen folgen sollte, das Gränzstädtche»Tanncnbiihl zum Treffplatz.
Drittes Kapitel.
Der Büchrrverleiher.
„Kann man hier Bücher geliehen bekommen?" fragte sieden Wirth.
In schwerer Menge! antwortete er: Unser Küster befaßtsich damit und hat ein ganzes Zimmer voll.
Sie befahl, das Berzeichniß holen zu lassen. Der Lcih-bibliothekar erschien in eigener Person und überreichte sei-nen handschriftlichen Katalog.
Ms sie eine Weile darin geblättert und bisweilen mitdem Kopfe geschüttelt hatte, fragte der halbgcistlicbe Mann:Finden Sie nichts nach Ihrem Geschmack? Ich besitze dochdie anmuthigsten Liebes- und Nittergcschichten. —
„Dafür dank' ich!" crwiederte sie: „Werden dergleichenBücher hier gelesen?"
Außerordentlich stark. Aber doch kcins mit so brennen-der Begierde, als die Geschichte des NäubcrhauptmannsRinaldo Rinaldini. Dieses Buch hat mich mit der halbenStadt entzweit. Jeder lechzt darnach, wie der Schnitternach einem kühlen Trunk; und da ich nun nicht im Standebin, den Durst einiger hundert Seelen auf Ein Mal zu