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hatte sie keine Fraucnkleider getragen. In der ganzenNatur war ihr nichts lächerlicher, als ein weibischer Geck,und nichts unleidlicher, als die tändelnde, witzelnde, süß-liche Sprache, welche die Gecken mit Frauenzimmern zureden Pflegen. Wehe dem Zärtling, der sein Heil damitbei ihr versuchen wollte! Sie blitzte ihn mit einem ver-ächtlichen Blick ihrer großen flammenden Augen an, undwenn er sich dadurch zu einem gesetzter» Wesen nicht be-kehren ließ, so machte sie sich kein Bedenken, ihm rasch denRücken zu zeigen, und das Närrchen allenfalls, wenn eszudringlicher ward, bei seinem rechten Namen zu nennen.Mit Frauenzimmern, die von nichts als Hauben undBändern zu sprechen wußten, wechselte sic kein Wort.Sie war ungern ei» Weib. Doch nicht eigentlich ihrGeschlecht, sondern nur dessen Abhängigkeit von demmännlichen war ihrem feurigen Geiste verhaßt. „DerMann und das Weib," sagte sie oft, „wurden von derNatur mit gleichen Gaben und Fähigkeiten ausgerüstet undzu gleichen Rechten berufen. Alles, was der Mann unter-nimmt und vollbringt, würde das Weib eben so muthigbeginnen, eben so glücklich ausführen, wenn es nicht durchweichliche Erziehung entnervt, nicht durch die Herrschsuchtdes Mannes in die engen Schranken häuslicher Beschäf-tigungen gebannt wäre." — Diesen Gesinnungen lebte sieso viel als möglich gemäß, und Niemand hinderte siedaran; denn ihre Mutter, der zu Gefallen sie bisweilendurch die Küche huschte und einige Augenblicke mit denStricknadeln spielte, war vor vielen Jahren gestorben, undihr Vater hatte nachher eine Wirthschafterin angenommen,die das Hauswesen besorgte.
Philippine bekümmerte sich nun mit keinem Gedankenmehr darum, war aber eine desto fleißigere Schülerin des