Vorgesetzten hart angelasscn und überhaupt auf die unan-ständigste Weise behandelt wird. Das wußte ich nichtvoraus, und dieser Mangel an Humanität und Artigkeitwar mir bei Herren, welche den Zutritt am Hofe habenund also zur superfeinen Welt gezählt werden, ganz uner-wartet. Doch zur Ehrenrettung des edlcrn Theils meinerObern muß ich bekennen, daß sich nur zwei oder dreianmaßen, gegen uns Subalternen aufzubrauscn; und dasthun gerade die, welche die wenigsten Fähigkeiten undKenntnisse besitzen und also ganz vorzüglich bescheiden seynsollten. Bei dem allen denken die Herren so billig, daßsie uns, wenn wir ihre Unhöflichkeit eine Weile mit stum-mer Aergerniß erduldet haben, durch ein lustiges Stück-chen ihrer dünkelreichen Unwissenheit wieder aufheitern.Davon will ich dir doch ein paar Pröbchen mittheilcn."
„Du siehst aus diesem Briefe, daß meine Schreibart,die sonst allzu dunkel und verwickelt war, ein wenig Hel-ler und natürlicher geworden ist: ich habe mir aber durchmeine Bemühung, mich von dem alten Schlendrian nachund nach loszureißen, bei dem Herrn Kammcrdirektor kei-nen Dank erworben. Er gab mir neulich eine» Vortrag,den ich durch die sorgfältigste Vermeidung unnützer Worteauf einen halben Bogen gezwungen hatte, mit dem Vor-wurf der Weitschweifigkeit zurück, und setzte verdrießlichhinzu: Sie vernachlässigen jetzt ihren 8>)Uu»,, der An-fangs viel gedrängter und kräftiger war. Arbeiten Siediese» Wisch noch ein Mal um und fassen Sic sich kür-zer! — Das Letztere bin ich nicht im Stande, gnädigerHerr! war meine Antwort. Und ich zweifle auch, fuhrich fort, daß es einem Andern gelingen würde. — Erlachte höhnisch, riß mir das Papier wieder aus der Handund sagte: Das will ich Ihnen beweisen! — Am folgen-