Er brach den Hals zwar nicht, fiel aber in einen tro-ckenen, mit Gras bewachsenen Graben so unsanft, daß ereinige Stunden lang ohne Bewußtsepn lag. "Indessenhatte sich der Baron, um der Vollstreckung seines Befehlsdurch den Augenschein gewiß zu werden, in diese Gegendbegeben und Knechte und Pferde vor dem Walde zurück-gelassen, damit feine Ankunft der Gefangenen nicht be-kannt werden sollte.
„Wo ist mein Schloß?" ries er staunend, als er dieStätte, die es seit Jahrhunderten eingenommen hatte, miteiner Masse nächtlicher Fiustcrniß bedeckt fand. Dem Ta-geslichte Trotz bietend, erhob sie sich vor ihm wie einehohe Wand. Er starrte sie einige Minuten an und wagtekeinen Fortschritt. Mit Einem Male sprang in der Mittederselben ein kleines Pförtchen auf und bot chm die ent-zückendste Aussicht in einen paradiesischen Garten, der mitBlumenfeldcrn, Schattengängcn, Springbrunnen und No-senlaubcn überflüssig versehen war. Im Hintergründeprangte ein Lustschloß, dessen Mauern wie gediegenes Sil-ber glanzten.
„Träumt mir denn dicß alles?" murmelte der Heim-liche in seinen Bart und betastete sich: „Nein, ich wacheso lebhaft, als man nur wachen kann, und das schöneBlendwerk weicht und wankt nicht. Was soll ich davondenken? — Wollte mir vielleicht der alte Zauberer eineüberraschende Freude machen? — Hm! wenn das ganzeWesen nicht über lang oder kurz wie ein Schattenspielan der Wand verschwindet, so kann ich wohl mein altesEulcnncst, das sonst in einer Wildniß hier stand, darübervergessen! Ich bin neugierig, diese Herrlichkeiten näher zubetrachten. Das wird mir doch wohl auf meinem eigenenGrund und Boden erlaubt scpn." —