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Lager seines sterbenden Feindes, und scheidet von ihm amGränzstein seiner irdischen Laufbahn mit dem Handdruckder Versöhnung. Hieraus läßt sich folgern, mit welchenGefühlen die gutherzige Blandinc jenes Handbriefchen em-pfing. Sie las es, den darin gelegten Fallstrick nicht ah-nend, mit dem heftigsten Schrecken. Alle Kränkungen,die sie von ihrem Gemahl erduldet hatte, waren verges-sen, und der Gedanke seines nahen Todes erschütterte sieso heftig, als ob sie der grämliche Mann mit keinerMiene beleidiget und sie immer liebreich auf den Händengetragen hätte. Sie wartete die Bespannung ihres Wa-gens nicht ab, sondern machte sich zu Fuß auf den Weg.Das roscnfarbene Hündchen drang sich ihr zum Begleiterauf, und so kam sie unter der Aufsicht ihres künftigenKerkermeisters in der Waldburg an.
Unter Weges hatte der boshafte Heuchler zweideutigenSpott getrieben und mit schmeichelnden Worten ihre Thrä-nen gerecht und löblich genannt; jetzt aber zog er plötz-lich die Larve ab. Gewaltsam führte er die Bestürzte,als sie nach ihrem kranken Gemahl dringend fragte, andie Thür des unterirdischen Gefängnisses und sprach miteinem gräßlichen Tone: „Dein Gemahl ist gesund unddenkt noch lange zu leben; aber dich, Buhlerin, wollenwir hier lebendig begraben!
Urplötzlich zitterte der Grund,
Auf dem des Schlusses Mauer» standen,
Jndeß die Dame und der HundWie Scharten flohen und verschwanden;
Und durch des BurgverlicßeS ThorFuhr eine schwarze Faust empor,
Die den erstarrte» Schloßoogt packte.
Daß Schulter und Genick ihm knackte.
Sie warf wie einen Federball5hn thurmhoch über Hof nud Wall.