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Laß dir mein Schicksal kurz erzählen:
Ich bin die Fey Alinoa.
Ein alter Zauberer, den ich mit Abscheu sah,
Kam auf den Einfall, mich zu seiner Braut zu wählen;Allein ich schickt' ihn bald mit einem Karbe heim,
Und seiner Zärtlichkeit schmackloser HonigseimVerwandelte sich schnell in Gift und Galle.
Er streckte nun nach mir der Nachsucht Tiegerkralle,
Und sann auf meinen Untergang,
Der freilich ihm nicht ganz gelang;
Doch ließ der Bösewicht nicht ab, darnach zu streben,
Bis er zuletzt durch schwarze Kunst mich zwang,
Die Halbscheid jedes IahrS in Thiergestalt zu leben. —Die Wahl des Körpers blieb mir Armen freigestellt,
Und ich durchstreifte Wald und Feld,
Als Hirsch und Neh und Wiesel und so weiter;
Kurz. Freund, ich stieg beinah die ganze StufenleiterDer Tlnerwelt auf und ab, und war,
Gehetzt von Schaaren Hund' und Neiter,
Mit Netz und Blei verfolgt, in steter Lcbensfahr.
Selbst als Kaninchen reizt' ich Bauern
Zur Jagd auf mich; doch ihre Steinigung
War das erwünschte Ziel von meinen Tvdesschauern,
Und deine Hülf' entriß mich der Bezauberung;
Denn deren Formel klang: Sie soll so lange dauern,
Bis einst, bewegt durch Mitleid, sichEin guter Mensch entschließt, für dichMit andern Menschen Streit zu wagen,
Und eigner Nothdurft zu entsagen. —
Das werde nie gefchehn, vermuthete mein Feind;
Und freilich konnte das, was für den trautsten FreundWohl mancher Mensch nicht rhut, ein armes Thier kaumhoffen :
Du aber täuschtest brav des Hexenmeisters Wahn,Zerstörtest seinen Hollenplan,
Und dafür steht dir nun das Thor des Neichthums offen;Denn — ohne Stolz und PrahlereiSey dieß gesagt! — kein Gnom und keine FeyBesitzet >o wie ich ein Uebermaß von Schätzen.