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dine versank in Trauer. — In der Gestalt und unter demNamen des Mitleidens klopfte die Liebe an ihr Herz, undsie that es ihr willig auf. „Armer, unglücklicher Falken-Lerg!" redete sie in Gedanken zu ihm: „Ich bin die Ur-heberin deines Verderbens. O, müßt' ich, wo du jetzt,von Mangel und Gram verfolgt, herumirrst, wie gernwollt' ich alles, was mein ist, dahingeben, um dein har-tes Schicksal zu lindern!" — Sie ließ, wenn sie unbeob-achtet war, ihren Thräncn freien Lauf und forschte geheim»ach dem Aufenthalte des Unglücklichen; aber alle ihreBemühungen waren vergeblich, und sie mußte zuletzt demallgemein verbreiteten Gerüchte glaube», daß er sein Le-ben durch Selbstmord geendet habe.
„Den bin ich also los!" jubelte der Heimliche vor sich:„Er verschläft unter der Erde den Rausch der Liebe; aber,leider! ist mir dadurch wenig geholfen: denn das Heerder Verführer gleicht den Köpfen der Hpdra. Wenn Ei-nen der Tod niedermetzelt, erheben sich zehn Andere dafür."
In einem solchen Selbstgespräche unterbrach ihn einesTages ein Diener des Fürsten, der ihn eilig rufen ließund ihm eine Gesandschaftsreise nach Paris auftrug, dieer nach wenigen Tagen antrcten sollte. Er crschrack dar-über so heftig, daß er Seiner Durchlaucht kaum antwor-ten konnte.
„Was fehlt Euch?" fragte der Fürst: „Ihr erbleichtund zittert, als wäre Euch ein Unglück begegnet! Und ichglaubte in der That, Euch durch diesen Beweis meinesVertrauens zu erfreuen. Sagt mir aufrichtig, was Euchbeängstet. Sollte Euch die Reise nach Paris aus irgendeinem Grunde unangenehm scpn, so will ich Euch dersel-ben überhebcn und sofort einen andern Botschafter ernen-nen; aber rch gestehe, daß ich darüber in Verlegenheit