Druckschrift 
7 (1847) Neue Talismane. Vacuna. Der graue König : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

-<>§> 71

bin; denn wo soll ich einen Mann finden, der Eure Klug-heit und Treue in fich vereinet?"

Dieser fürstlichen Schmeichelei war der Baron nicht ge-wachsen. Ev versicherte mit dem heitersten Gesichte, daßihn vorhin blos eine körperliche Uebelkcit, die mit demerhaltenen Aufträge gar nicht in Verbindung stehe, ange-wandelt habe, und daß er cs sich zur höchsten Gnadeschätze, für seinen gnädigsten Herrn allenfalls bis ansEnde der Welt zu reisen.

Als er aber des Firsten Gemach wieder verlassen hatte,wälzte fich ein Gebirge von Sorgen auf sein Herz. Blan-dine schien ihm reizender als jemals; er zitterte, wenn ersie ansah, und hielt cs für unvermeidlich, daß nicht alleSchmetterlinge der Stutzerwelt seine Abwesenheit benutzenund diese liebliche Blume umgaukeln würden. Der Ge-danke, sie mit nach Paris zu nehmen, schien ihm anfangsein sehr glücklicher Einfall; aber er verwarf ihn nach rei-ferer Ueberlegung: denn Ueppigkeit und Galanterie hattenschon damals ihre Throne dort aufgeschlagen, und diedeutschen Wollüstlinge waren gegen ihre Brüder in Parisals Heilige zu betrachten. Er befürchtete deßhalb, ausdem Regen unter die Traufe zu gerathen, und faßte zu-letzt den Entschluß, Blandinen zwar zurückzulassen, sieaber aus der Hauptstadt zu entfernen und ihr ein einsa-mes Landgut zur Wohnung anzuweisen. Sie fügte sichohne Widerspruch in diese Anstalt, und versiegelte aufsein Verlangen ihre Treue mit neuen heiligen Versiche-rungen.

Doch schwankte »ach sein Glaube, wie zuvor;

Drum wandte sich der grillenhafte Thor

An einen Wundermann, dem, nach gemeiner Sage,

Ein Geisterrcgiment, vom Chef und Oberstab