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7 (1847) Neue Talismane. Vacuna. Der graue König : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Schein und ertrug die eifersüchtigen Beleidigungen ihresGemahls mit der sanftesten Geduld, die in einem so hohenGrade nur der Unschuld eigen ist. Dennoch fuhr er fort,jeden Schritt und jede Handlung der Armen mit derStrenge eines Kriminalrichters zu untersuchen. Er hättesie gern den Augen der Welt ganz entzogen und wie eineGefangene behandelt; allein solche harte Maßregeln ließensich mit der großen, öffentlichen Rolle, die er in der Stadtund am Hose spielte, nicht vereinen. Er mußte Gesell-schaften annehmcn und besuchen. Blandine ward gesehen,bewundert, geliebt.

Die Krone der jungen Ritterschaft, die sich um ihreGunst bewarb, war Bernhard von Falkenberg. Schön,wie Apoll, schien er dazu geschaffen, der Abgott der Wei-ber zu scpn. Allein er war cs nicht. Sein Verstand undschlichter, gerader Sinn machten ihn zu den Affenspriiugender Geckhcit und dem Schlangengezüngel der Schmeicheleiganz unfähig. Diese Künste forderten schon damalsdoch vielleicht noch etwas weniger als jetzt die Damengewöhnlichen Schlages von der männlichen Jugend, undwer sich darin ungeschickt oder träge finden ließ, den sahensie über die Achseln an. Bernhard gab ihnen ihre kaltenSeitenblicke mit Wucher zurück, und es kam endlich ffoweit, daß man ihn einen Weiberfeind nannte. Es istkaum möglich, einem vernünftigen Manne etwas Schlim-meres nachzusagen.

Der junge Ritter widerlegte diese ungerechte Beschuldi-gung, als Blandine auf dem Schauplätze der großen Welterschien. Von ihrer kunstlosen Grazie bezaubert, huldigteer öffentlich ihren Reizen, und bot alles auf, ihr zu ge-fallen.

Longbein'S sämnttl. Schr. Xl. Bd.

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