Welt darüber zur Rede stellen. Kurz, er war nun ein-mal dieses Glaubens, und bot deßhalb seine Hand einemarmen Fräulein, das auf dem Lande geboren und erzogenwar und die Thürme der Fürstenstadt kaum in der Fernegesehen hatte.
Blandinens ausgezeichnete Schönheit war sein Leitsternin das alte, düstere Schloß ihres Vaters. In der Blüthedes sechszehnten Jahres verband sie mit einem hohen, kö-niglichen Wüchse die schuldlose Anmuth einer arkadischenHirtin, und war dabei so anspruchlos, wie es die weib-liche Schönheit fast nie, und nur dann und wann dieHäßlichkeit ist. Ihren Vater liebte sie über alles. SeineGlücksumstände waren eben so verfallen, als die Mauernseiner Burg; die Brautwerbung eines reichen und mäch-tigen Mannes kam ihm deßhalb sehr erwünscht, und diegute Tochter bedachte sich keinen Augenblick, seiner Zufrie-denheit ein Opfer zu bringen. Sie folgte dem Freiherrnohne Liebe und ohne Haß zum Altäre, und er führte sietriumphirend heim. Seine Eitelkeit war stolz darauf,einen solchen Schatz zu besitzen. Aber diese Freude dauertenicht lange.
Denn alte Männer schöner FrauenVerfinget ei» Gespenst, dcß Auge gräßlich glüht,
Das wild und rastlos um sich sieht,
Indem das frenndliche Bertranen,
Der Ehe Schuhgeist, vor ihm flicht.
Auch im Herzen des Barons fing jene Furie bald anzu wirthschasten und alle ihre Schlangen in Bewegung zusetzen. Er hatte nun keine ruhige Stunde mehr und be-lauerte jeden Blick, den seine Gemahlin erhielt oder aus-sandte. Sie verging sich mit keinem Gedanken gegen dieGesetze der ehelichen Treue, mied sorgfältig allen bösen