Was kann ich dafür, wenn ein Schwachkopf von Bratenträumt! Mir sollen meine drei Gulden zehn Pferde nichtwieder aus den Händen ziehen!
„Aber deiner armen Tochter schenkst du sie wohl?"
Ja, Mutter, von Herzen gern. Trag' sie morgen zuihr! Das unglückliche Weib macht mir manche schlafloseNacht. Der Krieg ist nun schon so lange zu Ende undnoch immer hört und sieht man nichts von ihrem Manne!Er versteht freilich das Schreiben nicht, aber er könntesich doch von einem Andern ein Briefchen aufsctzen lassen.Hat er ins Gras beißen müssen oder ist er durch das wildeLebe» im Felde so ein Taugenichts geworden, daß er anseine verlassene Frau nicht mehr denkt: das weiß Gott! —„Ach!" seufzte die Alte: „wenn er gestorben oder ver-dorben ist, so hat ihn der Edelmann ans seinem Gewissen;denn der mag sich weiß brennen, wie er will, es hat dochniemand anders, als er, unfern armen Franz de» Wer-bern in die Hände geliefert! So einen schändlichen See-lenverkäufer gibt cs in ganz Holland nicht! Das hübscheGesicht unserer Therese stach ihm in die Augen, und mmward ihr Mann vcrrathcn und verkauft, um sie mit Be-quemlichkeit verführen zn können."
Schweig, Mutter! Das sind »»erwiesene Mnthmaßun-gen, über die du dir noch einen Jnjurieuprozeß an denHals reden wirst.
„Muthmaßungen! — Unerwiescn! — Sage mir, wiedu so sprechen und es über dein Vatcrherz bringen kannst,den Feind und Verfolger unserer Kinder zu vertheidigen?— Ist es denn etwa nicht wahr, daß er Theresen aufallen Tritten und Schritten nachgeschlichen ist und ihrHände voll Gold geboten hat?" —
Ja doch, ja! Aber sie hat ihn schimpflich abgcwiesen,