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an die Sonne, wie die Mutter den Säugling ans Licht —noch bist du ganz von deinen Kindern umschlungen, behän-gen, bedeckt, und indeß Geflügel auf deinen Schultern flat-tert, Thicrmassen um deine Füße schreiten, geflügelte Gold-punkte um deine Locken schweben, führest du das aufgerichtctehohe Menschengeschlecht an deiner Hand durch den Himmel,zeigest uns allen deine Morgenröthen, deine Blumen unddas ganze lichtervolle Haus des unendlichen Vaters und er-zählest deinen Kindern von ihm, die ihn noch nicht gesehen ha-ben. — — Aber, gute Mutter Erde, cs wird ein Jahrtau-send aufgehen, wo alle deine Kinder dir werden gestorbenseyn, wo der feurige Sonnen-Strudel dich in zu nahe ver-zehrende Kreise an sich wird gewirbelt haben: dann wirst duverwaiset, mit Stummen im Schooß, mit Todeöasche be-streuet, öde und stumm um deine Sonne ziehen, es wirddas Morgenroth kommen, es wird der Abendstern schimmern,aber die Menschen alle werden tief schlafen auf deinen vierWelt-Armen und nichts mehr sehen. . . . Alle werden es?— Ach, dann lege eine höhere tröstende Hand unserem Mit-bruder, der zuletzt entschläft, den letzten Schleier ohne Zö-gern über das einsame Auge. . . .
.... Das Abendroth schimmert schon in Norden —auch in meiner Seele ist die Sonne hinunter und am Randezucket rvtheS Licht und mein Ich wird finster — die Weltvor mir liegt in einem festen Schlafe und hört und redetnicht — es setzet sich in mir zusammen eine bleiche Weltaus Todtcngebcinen — die alten Stunden stäuben sich ab —es brauset, wie wenn an den Gränzen der Erde eine Ver-nichtung anfinge und ich herüberhörte das Zerbrechen einerSonne — der Strom stockt und alles ist stille — ein schwär-