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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
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so wenige Jahre hinausreicht und daß sie so wenige guteHände fassen kann, das muß ihn entschuldigen, wenn er einBuch macht: seine Stimme reicht weiter als seine Hand,sein enger Kreis der Liede zerfließet in weitere Zirkel, undwenn er selber nicht mehr ist, so wehen seine nachtöncndenGedanken in dem papicrnen Laube noch fort und spielen, wieandre zerstiebende Träume, durch ihr Geflüster und ihrenSchatten von manchem fernen Herzen eine schwere Stundehinweg. Dieses ist auch mein Wunsch, aber nicht meineHoffnung. Wenn es aber eine schöne weiche Seele gibt, dieso voll ihres Innern, ihrer Erinnerung und ihrer Phanta-sien ist, daß sie sogar bei meinen schwachen überschwilltwenn sie sich und ein volles Auge, das sie nicht bezwingenkann, mit dieser Geschichte verbirgt, weil sie darin ihre eigne,ihre verschwundnen Freunde, ihre vorübcrgezognen Tage undihre versiegten Thränen wieder findet: o dann, geliebte Seele,Hab' ich an dich darin gedacht, ob ich dich gleich nicht kannte,und ich bin dein Freund, wiewol nicht dein Bekannter gewe-sen. Noch bessere Menschen werden dir beides seyn, wenndu den Schlimmer« verbirgst, was du jenen zeigst, wenndas Göttliche in dir, gleich Gott, in einer hohen Unsichtbar-keit bleibet, und wenn du sogar deine Thränen verschleierstweil harte Hände sich ausstrecken, die gern sie mit dem Augezerdrücken, wie man nach dem Regen alle grünen Spitzendes englischen Gartens niedcrschleift, damit sie nicht weiterkeimen. . . .

Der Helle Stern oder Thautropse in der Aehre derJungfrau fällt jetzt unter den Horizont. Ich stehe nochhier auf meiner blumigen Erde und denke: noch trägst duauf deinen Blumen, alte gute Erde, deine Menschenkinder

Jean Paul'S ausgew. Werke. II. 21