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den Mond hielt er für die bewölkte Sonne; es kam ihmvor, er sei ein fliegender Tanfengel, unter einem Regen-bogen an eine Dotterblumen-Kette ausgchangen, im unend-lichen Bogen auf- und niederwogend, von der vierjährigenRinggcbcrin über Abgründe zur Sonne anfgeschaukelt. . . .Gegen vier Uhr Morgens konnte er uns nicht mehr sehen,obgleich die Morgcnröthc schon in der Stube war — dieAugen blickten versteinert vor sich hin — eine Gcsichtzuckungkam auf die andre — den Mund zog eine Entzückung immerlächelnder auseinander — Frühling-Phantasien, die wederdieses Leben erfahren, noch jenes haben wird, spielten mitder sinkenden Seele — endlich stürzte der Todeöengel denblaffen Leichenschleier aus sein Angesicht und hob hinter ihmdie blühende Seele mit ihren tiefsten Wurzeln aus dem kör-perlichen Treibkastcn voll organisirter Erde..... Das Ster-ben ist erhaben; hinter schwarzen Vorhängen thut der ein-same Tod das stille Wunder und arbeitet für die andre Welt,und die Sterblichen stehen da mit nassen, aber stumpfenAugen neben der überirdischen Szene. . . .
„Du guter Vater, sagte seine Wittwe, wenn dir'S jemandvor 43 Jahren hätte sagen sollen, daß man dich am 13. Mai,wo deine Achtwochen angingen, hinaustragcn würde" — „SeineAchtwochcn, sagt' ich, gehen wieder an, dauern aber länger."
Als ich um 11 Uhr fortging, war mir die Erde gleich-sam heilig und Todte schienen mir neben mir zu gehen; ichsah auf zum Himmel, als könnt' ich im endlosen Aethcr nurin Einer Richtung den Gestorbnen suchen; und als ich obenauf dem Berge, wo man nach Auenthal hinein schauet, michnoch einmal nach dem Leidensthcater nmsah und als ich unterden rauchenden Häusern blos das Trauerhaus unbewölket