293
Uebcr seine Nacht (so wie über die folgende) fliegen ichnnd die Sonne hinüber und wir begegnen ihm, wenn er amSonntage, geröthet nnd clektrisirt vom Gedanken des heuti-gen Himmels, die Treppe herab läuft in die anlachende Hoch-zeitstube hinein, die wir alle gestern mit so vieler Mühe undDinte aufgcschmückt haben, vermittelst Schönheitwasscr —iiioiiclioii- (Io Venns und Schminklappcn (Waschlappen) —Puderkaftcn (Topf mit Sand) und anderem Toiletten-Schiffund Geschirr. Er war in der Nacht siebenmal aufgcwacht,um sich siebenmal auf den Tag zu freuen; und zwei Stun-den früher aufgcstanden, um beide Minute für Minute auf-zucssen. Eö ist mir, als ging' ich mit dem Schulmeister zurThür hinein, vor dem die Minuten des Tages hinstchn wieHonigzellen — er schöpfet eine um die andre aus und jedeMinute trägt einen weitern Honigkclch. Für eine Pensionauf Lebenslang ist dennoch der Kantor nicht vermögend, sichauf der ganzen Erde ein Hans zu denken, in dem fetzo nichtSonntag, Sonnenschein und Freude wäre; nein! — Daszweite, was er unten nach dcr Thürc aufthat, war ein Ober-fenster, um einen auf- und nicdcrwallcnden Schmetterling —einen schwimmenden Silberflitter, eine Blumen-Folie undAmors Ebenbild — ans Hymens Stube fortzulasscn. Dannfütterte er seine Vogel-Kapelle in den Bauern zum Vorausauf den lärmenden Tag, nnd fiedelte auf der väterlichen Geigedie Schleifer zum Fenster hinaus, an denen er sich ans derFastnacht an die Hochzcitnacht herangetanzt. Es schlägt erstfünf Uhr, mein Trauter, wir haben uns nicht zu übereilen!Wir wollen die zwei Ellen lange Halsbinde (die du dir eben-falls, wie früher die Braut, antanzest, indem die Mutterdas andre Ende hält) und das Zopfband glatt umhabcn