Druckschrift 
2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
Seite
291
Einzelbild herunterladen
 

29l

einer geblümten ledernen Schwarte mehr als zu prächtig be-sohlet, und welcher zwei hölzerne behaarte Arme, die dasAlter, wie menschliche, dürrer gemacht, nach einem Jnsaß aus-streckt? . . . Dieses Fragzeichen kann manchen, weil er denlangen Perioden vergessen, frappiren.

Das zinnene Tafel-Service, das der Bräutigam nochvon seinem Fürstbischof holte, kann das Publikum beim Auk-zionproklamator, wenn cs anders versteigert wird, besserkennen lernen, als bei mir: so viel wissen die Hochzeitgäste,die 8r,lac!iöro, die 8ku>ciöi-o, die ^V88iott8 zu Käse und dieScnfdose war ein Einziger Teller, der aber vor jeder Nolleeinmal abgcscheuert wurde.

Ein ganzer Nil und Alpheus schoß über jedes Stubcn-brett, wovon gute Gartenerde wegzuspülcn war, an jedeBettpsoste und an den Fensterstock hinan und ließ den ge-wöhnlichen Bodensatz der Fluth zurück Sand. Die Ge-setze des Romans würden verlangen, daß das Schulmeister-tem sich anzöge und sich aus eine Wiese unter ein wogendesZudcck von GraS und Blumen streckte und da durch einenTraum der Liebe nach dem andern hindurch sank' und bräche allein er rupfte Hühner und Enten ab, spaltete Kaffee-und Bratenholz und die Braten selbst, kredenzte am Sonn-abend den Sonntag und dekrctirte und vollzog in der blauenSchürze seiner Schwiegermutter fünfzig Küchen-Verordnun-gen und sprang, den Kopf mit Papilloten gehörnt und dasHaar wie einen Eichhörnchcnschwanz empor gebunden, hintenund vornen und überall herum:denn ich mache nicht alleSonntage Hochzeit", sagt' er.

Nichts ist widriger als hundert Vorläufer und Vorreiterzu einer winzigen Lust zu sehen und zu hören; nichts ist aber

19 "-