250
stille, wie der Tod, das Herz und das Auge meines Freun-des und zeig' ihnen auf der Erde nichts als den Himmeljenseits der Erde. — Ach, Engel der Thränen und der Ge-duld! Du kennst das Auge und das Herz, das sich für Ihnergießet, du wirst Seine Seele vor sie bringen, wie manBlumen in den Sommerrcgcn stellet! Aber thu' eS nicht,wenn eS Ihn zu traurig macht! O Engel der Geduld! ichliebe dich, ich kenne dich! ich werde in deinen Armen sterben!
Engel der Freundschaft! — vielleicht bist du der vo-rige Engel? .... ach! ... . dein himmlischer Flügel hülleSein Herz ein und wärm' eö schöner, als die Menschen kön-nen — ach, du würdest aus einer andern Erde und ich aufdieser weinen, wenn an einem kalten Herzen Sein heißes,wie am gefrierenden Eisen die warme Hand, anklebtc undblutig abrissc? . . . . O bedeck' Ihn; aber wenn du eö nichtkannst, so sag' mir Seinen Jammer nicht!
O ihr immer Glücklichen in andern Welten! euch stirbtnichts, ihr verliert nichts und habt alles! — Was ihr liebt,drückt ihr an eine ewige Brust, was ihr habt, haltet ihr inewigen Händen. — Könnt ihr's denn fühlen in euren glän-zenden Höhen droben, in eurem ewigen Scelenbunde, daßdie Menschen hienieden getrennt werden, daß wir einandernur aus Särgen, eh' sie untcrsinken, die Hände reichen, ach,daß der Tod nicht das einzige, nicht das schmerzhafteste ist,was Menschen scheidet? — Eh' er uns aus einander nimmt,so drängt sich noch manche kältere Hand hinein und spaltet
Seele von Seele-dann fließet ja auch das Auge und
das Herz fällt klagend zu, eben so gut als hätte der Todzertrennt, wie in der völligen Sonnenfinsterniß so gut