243
tcrnd nach, den wir lieber vertauscndfältigt als verdoppelthätten nnd dessen sanftes Lilienantlitz unter der Welle nochblasser und holder blühte. — Umzingelt von vier Himmeln— dem oben im Blauen, auf der Erde, im Wasser und inuns — schifften wir durch schwimmende Blüten hin. Bcatasaß am einen Ende des Bootes cntgegcngerichtct dem andern,dem Monde und dem Freund ihrer zarten Seele — ihrBlick glitt leicht zwischen dem Monde und ihm hinab undhinauf — er dachte an seine morgendliche Reise und an seinelängere Gesandtschaftrcise und bat uns alle um schriftlicheDenkmäler, damit er immer gut bleibe wie setzt unter uns,und erinnerte Bcata an ihr Versprechen, ihm auch eines zugeben. — Sie hatt' cS schon geschrieben und gab esihm heute beim Abschied. Der frohe Tag, der frohe Abend,die himmlische Nacht füllte ihre Augen mit tausend Seelenund mit zwei Thränen, die stehen blieben. Sie deckte undtrocknete das eine Auge mit dem weißen Tuche und sahGustav mit dem zweiten rein nnd strömend an wie ein Spie-gelbild. . . . Du gute Seele dachtest, du verbärgest auchdas zweite Auge! —
Endlich — o du ewiges unaufhörliches Endlich! —brachauch unsere silberne Wellen-Fahrt an ihrem Ufer. Dasgegenüberliegende lag öde nnd überschattet dort. Qttomarriß sich in der wehmüthigstcn Begeisterung los und unterdem Verklingen der Schweizer-Töne sagte mein erneuerterFreund: „Eö ist wieder vorüber — alle Töne verhallen —alle Wellen versinken — die schönsten Stunden schlagen ausund das Leben verrinnt — Es gibt doch gar nichts, du wei-ter Himmel über uns, was uns füllet oder beglückt!
16 *