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den Elenden ausstreckt und aus dem Jammer-Auge, das ihrzusicht, vorübcrfliehend die Thräne nimmt! — Heute woll-ten wir einander alles verzeihen, ob wir gleich nichts zuverzeihen fanden. Es war nichts zu vergeben da, sag' ich;denn als ein Stern um den andern aus der schattirtcn Tiefeherausquoll und als ich und Ottomar vor einer schlagendenNachtigall umgckehret waren, um durch die Entfernung dengedämpften Lautenzug ihrer Klagen anzuhören, und als wireinsam, von lauter Tönen und Gestalten der Liebe umgeben,neben einander standen und als ich mich nicht mehr haltenkonnte, sondern unter dem großen jetzigen und künftigenHimmel mein Herz dem zeigte, dessen seines ich längst gese-hen und geliebt: so war so etwas kein Verzeihen und Ver-söhnen, sondern . . . Davon übermorgen! . . .
In veränderlichen Gruppen — bald die zwei Mädchenallein, bald mit einem dritten, bald wir alle — betraten wirdie in Gras umgekleidcten Blumen und gingen zwischenzwei nebenbuhlerischen Nachtigallen, wovon die eine unsreInsel, die andre die nächste Insel besang und begeisterte.In diesem musikalischen Potpourri hatten die Blumenblätterdie wohlriechenden Potpourri zugedeckt, aber alle Birken-blättcr hatten die ihrigen aufgethan und wir theilten unsmit Absicht auseinander, um nicht eilig aus unserem zaube-rischen Otaheiti abschiffen zu können. —
Endlich gericthen wir zufällig unter einer Silberpappelzusammen, deren beschneiete Blätter durch den Glanz imAbend uns um sie versammelt hatten. „Wir haben hoheZeit zum Fortgehen!" sagte Beata. Allein da wir'S woll-ten oder wollen mußten: so ging der Mond auf; hintereinem gegitterten Fächer von Bäumen schlug er so beschei- '