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menblatt; alsdann gab Gott das Zeichen, daß er vorüber-gehe, und eine unermeßliche Liebe zwang alle Seelen, indieser hohen Stille sich zu umarmen, und keine sank an eine,sondern alle an alle — ein Wonne-Schlummer fiel wie einThau auf die Umarmung. Wenn sie dann wieder aus ein-ander erwachten, so gingen ans dem ganzen BlumenfeldeBlitze, so rauchten alle Blüten, so sanken alle Blätter unterden Tropfen der warmen Wolke, so klangen alle Krümmun-gen des tonenden Baches zusammen, es wetterleuchtete dasganze Paradies über ihnen und nichts verstummte, als dieliebenden Seelen, die zu selig waren." ...
Gustav erwachte in eine nähere Welt, die ein schönesGegenspiel seiner geträumten war; die Sonne war in eineneinzigen glühenden Stral verwandelt und dieser Stral knickteauch an der Erde ab; die Wolke der Dämmerung zog herum,Blumen und Vögel hingen ihre schlafenden Häupter in denThau hin und blos der Abendwind kramte noch in den Blät-tern umher und blieb die ganze Nacht auf. . . .
So schleichen unsere grünen Stunden durch unser unbe-suchteö Thal, sie gleiten mit einem ungehörtcn Schmctter-ling-Fittig durch unfern Luftkreis, nicht mit der schnurrendenKäfer-Flügeldecke — die Freude legt sich leise wie ein Abcnd-thau an und prasselt nicht wie ein Gewitterguß herab. Un-sere glückliche Badzcit wird uns zum Muth, zu Geschäften,zum Erdulden auf lange, auf immer erfrischen; daö grüneLilienbad wird in unserer Phantasie eine grüne Rascnstcllebleiben, auf der, wenn einmal die Jahre alle elpsischc Felder,die ganze Gegend unserer Freude tief überschneiet haben,unter ihrem warmen Hauche aller Schnee zergeht und dieuns immer angrünct, damit wir auf ihr, wie Maler auf
Jean Paul's ausgrw. Wcrle. II. lg