Fluren und Floren von scidnen Blumen bestände: so würdeder Fürst sogen, es kostete zu viel — aber der Freuden-meistcr sollte versetzen, einen Spaziergang kostct's — odereine Krone, sag' ich, weil zu einem solchen Genuß nicht derFürst, sondern der Mensch zulangt.
In der Kirche ließ ich mich auf dem Orgelstuhl nieder,um die plumpe Orgel zu kartätschen zum Erstaunen der meistenSeelen. Als Gustav in eine adlige Loge trat, saß in dergegenübcrstehendcn — Beata; denn eine Predigt war ihr solieb als einer andern ein Tanz. Gustav bückte sich mit niedcr-sallendcn Augen und ausstromcnder Rothe vor ihr und wartief gerührt über die blasse gekränkte Gestalt, die sonst vorihm gcglühct hatte — ste war's gleichfalls von der scinigen,auf der sie alle traurigen Erinnerungen laS, die in ihre oderseine Seele geschrieben waren. Ihre vier Augen zogen sichvom Gegenstand der Liebe zu dem der Aufmerksamkeit zurück,auf H. Bürger aus Großcnhayn. Er sing an: ich hatteals zeitiger Organist vor, gar nicht auf ihn acht zu geben— ein Kantor macht sich auö einer Predigt so wenig wieein Mann von Ton; — allein H. Bürger predigte mir mitden ersten Worten das Choralbuch aus der Hand, worinich lesen wollte. Er trug die Vergebung der menschlichenFehler vor — wie hart die Menschen aus der einen, undwie zerbrechlich sie auf der andern Seite wären; wie sehrjeder Fehler sich ohnehin am Menschen blutig räche und gleicheinem Ncrvenwurme den durchfresse, den er bewohne, undwie wenig also ein anderer das Richteramt der Unvcrsöhn-lichkcit zu verwalten habe; wie wenig es Verdienst habe,Unvorsichtigkeiten, kleine oder zu entschuldigende Fehler zuvergeben, und wie sehr alles Verdienst auf Uebersehung solcher