Druckschrift 
2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

192

Schon da gewesen! Daher wirst der zweite alle Arz-ncigläser auf die Gasse, blaset alle Pulver in die Luft, legtmit Bannstralcn alle verdammte Magen-Arzneien in Asche,gießet sogar warme und oft kalte Badewannen aus und schiebtKampfs Klystier-Maschinen weit unter das Krankenbett undtobt sehr. . . . Denn die Nerven werden so wenig in einerWoche (es sei die beste Eiscnkur da) gestärkt, als in einerWoche (cs sei die größte Ausschweifung da) entmannt; ihreStärke kehret mit so langsamen Schritten zurück, als sie sichentfernte. Die Arzneien müssen sich also in Speisen undda dieses schadet mithin die Speisen sich in Arzneien ver-wandeln."

Ich esse vom Wenigsten."

Das ist die unangenehmsteUnmäßigkeit; und derMagentreibt alsdann nach seinen Kräften eine Art von Skeptizismusoder Fohiömus oder doch Apathie. Kehre lieber die litera-rische Regel (imiltum, nva imckta) um und esse vielerlei,aber nicht viel. Die Diätetik hat in Essen, Trinken, Schla-fen re. nichts über die Art, aber alles über den Grad zubefehlen. Höchstens hat jeder seinen eignen Regenbogen,seinen eignen Glauben, seinen eignen Magen und seine eigne

Diätetik. Und doch ist das alles nicht mein dritter Dok-toranden-Paragraph, sondern erst dieses: blos Bewegungdes Körpers ist erster Unterarzt gegen Hypochondrie; und

da ich schon Hypochondrie und Bewegung vereinigt imbeweglichen Uers etat gesehen blos Mangel aller Bewe-gung der Seele ist der erste Leibarzt gegen den ganzen Teu-fel. Leidenschaften sind so ungesund wie ihr Feind, das Den-ken, oder ihr Freund, das Dichten; blos ihre sämmtlicheKoalizion ist noch giftiger.