191
Nerven schwach, aber die am schwächsten, die er am meistengemißbraucht. Da man sich diese Schwäche meistens ersitzt,erstudirt und erschrcibt und mithin gerade dem Unterleib, derdvch der Moloch dieser Gcisteskindcr seyn soll, alle die Be-wegung nimmt, die man den Fingern gibt: so vermengt manden siechen Unterleib mit siechen Nerven und hofft, KämpfsViszeral-Spritze sei zugleich eine Doppelflinte gegen senenund gegen diese. Glaub' cs aber nicht; cs kann ein hypo-chondrisches Bruststück auf einem rüstigen Unterleib sitzen.Nicht deine Lungenflügel sind zerknickt, wenn sie zuweilen er-schlaffen, sondern deine Lungennervcn sind entseelt, von denensie gehoben werden sollten, oder auch deine Zwergfellnervcn.Spannen sich deine Magcnncrven ab, so hast du so vielSchwindel und Ekel, als läge wirklich diätetischer Bodensatzim Magen oder irgend eine Aderfluth im Kopfe. Sogar derschwache Magen ist nicht immer im Gefolge schwacher Ner-ven; sich nur zu, wie ein matter Hektiker frißt und verdauteine halbe Stunde vor seinem Sterben. — Daher hat deinegelbe Hcrbstfarbengcbung, deine fleischlose Knochen-Versteine-rung, dein aufhörcnder Puls, sogar deine Ohnmächten haben— nichts zu sagen, mein lieber U-»,I."
„Ei! den Henker!" sagte der Pazient!
„Denn, sagte der Doktor, da alles durch Nerven, wo-von oft Gelehrte nicht einmal die Dcsinizion wissen, worunterich gehöre, ausgcführct wird: so müssen die periodischen undwandernden, aber flüchtigen Krämpfe und Ermattungen derNerven nach und nach die ganze Semiotik durchlaufen, abernicht die ganze Pathologie. Jetzt tritt mein zweiter Para-graph in der umgoldcten Disputazion hervor." —
„Wo war denn der erste?" fragt' ich.