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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
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Beata i'n zwei Fehler auf einmal aus einer Ursache. DieUrsache war blos, der Amor hatte in ihrem Herzen sein La-boratorium aufgerichtet und hatte seine chemischen Oefen undalles hincingesetzt: daraus mußte ihr erster Fehler entstehen,daß sie schöner aussah als sonst ohne diese Wärme; dennjede Empfindung und jede innere Strcitigkcillnahm auf ihremGesicht die Gestalt eines Reizes an. Von der Liebe kamauch ihr zweiter Verstoß, daß sie sich gegen Oefel heute weitzutraulicher und srcimüthigcr betrug als sonst; denn ein lie-bendes Mädchen hat von allen übrigen Gegenständen (d. h.von den eignen Empfindungen für sie) nichts mehr zu be-fahren. H. v. Oefel aber addirte auf seiner Rechenhaut einganz andres Facit heraus; er nahm alles für Freude, daßer nun wieder zu haben sei. Er ging folglich mit einemHerzen fort, das der Amor so mit lilliputischen Pfeilen vollgeschossen hatte wie ein Nähkissen mit Nadeln.

Er sagte noch an jenem Tage:ist das Herz einer Fraueinmal so weit, so braucht man nichts zu thun, als daß mansie thun lasset." Das war ihm herzlich lieb; denn es er-sparte ihm die Bedenklichkeit, sie zu verführen. So ofter Lovelacens oder des Chevaliers *) Briefe las : so wünschteer, sein einfältiges Gewissen ließ' ihm zu, ein ganz unschul-diges widerstrebendes Mädchen nach einem feinen Plane zuverführen. Aber sein Gewissen nahm keine Vernunft anund er mußte sein ganzes Kaper-Vergnügen auf die Ver-führung solcher unschuldigen Personen, die er in seinem Kopfeoder in seinem Roman agiren ließ, einschränken: so sehrherrschet im schwachen Menschen die Empfindung über die

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