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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
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Da wir das Feierliche nur in Büchern, selten im Leben fin-den : so wirkt es im letzten nachher desto stärker.

Man muß noch merken, daß in Ottomar der Ausdruckder stärksten Gefühle durch eine gewisse Sanftheit, womitsein Weltumgang und sein Alter fie brach, unwiderstehlichin den stillen Strudel zog. Er öffnete Kinder warendie Lakaien ein Zimmer des dritten Stockwerks. DieHauptsache waren nicht darin die Gemälde mit schwarzenGründen und weißen Särgen, oder die Worte über denSärgen:darin ist mein Vater, darin meine Mutter, darinmeine Frühlingc," auch der sehr große gemalte Sargnicht, worüber stand:darin liegen sechs Jahrtausende mitallen ihren Menschen." Sondern das Wichtigste war dasUngemaltc, wovor sich Gustav tief bückte; eine schöne Frau,die sich zu einem unscrm Gustav fast ähnlichen Kinde her-abncigte, weil es ihr etwas leise sagen wollte; ferner bückt'er sich vor einem alten Offizier in Uniform, der eine zer-rissene Landkarte, und vor einem schönen jungen Jtaliäncr,der ein fliegendes Stammbuch hielt. Das Kind hatte einenVergißmeinnicht-Strauß auf der Brust, die Frau und diezwei Männer hatten einen schwarzen Strauß. Aber wasnoch mehr ihn überraschte, war der Doktor Fcnk am Fenster,mit einer Rose an der Brust.

Gustav eilte ihm zu; aber Ottomar hielt ihn.Es istalles von Wachs," sagt' er nicht mit einem kalten gegen dasSchicksal erbitterten Ton, sondern mit einem ergebenen.Alles was mir in meinem Leben Liebe und Freude gab,steht und bleibt in diesem Zimmer wer gestorben ist, demgab ich schwarze Blumen bei meinem verlornen Kindeweiß ich's noch nicht, und seine Kleider liegen draußen im