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Schlosse für ein dreistündiges Gespräch gehalten, das sichmit der wärmsten Liebe in beiden Herzen schloß — darüberdeckt sich noch ein langer' Schleier, den meine Muthmaßun-gen nicht aufheben können; denn ich habe allerdings ver-schiedene, aber sie klingen so außerodentlich, daß ich'S nichtwage, sie dem Publikum eher vorzulcgen, als bis ich sie besserrechtfertigen kann. Jede Ader, jeder Gedanke und Herz undAuge wurden in Gustav weiter und vergrößerten sich für eineneue Welt, da er mit dem genialen Menschen sprach. O wassind die Stunden der seelenverwandtesten Lektüre, selbst dieStunden der einsamen Emporhebung gegen eine Stunde, woeine große Seele lebendig auf dich wirkt und durch ihreGegenwart deine Seele und deine Ideale verdoppelt unddeine Gedanken verkörpert? —
Gustav nahm sich vor, sich aus dem Schlosse zu Otto-mar zu begeben, um es zu vergessen, wer noch weiter darinfehle. Es war ein stummer ausgcwölkter Abend, ein Schattenicht deö schon weit weggczognen Sommers, sondern desNachsommers, als Gustav ausbrach, nachdem er vergeblichauf die Rückkehr und Gesellschaft des Doktors gewartethatte. In der leeren Luft, durch die keine gefiederten Töne,keine klopfenden Herzen mehr flogen, zeigte sich nichts Le-bendiges als die ewige Sonne, die kein Erdenhcrbst bleichtund fället und die ewig offen unfern Erdball immerfort an-sicht, indeß unter ihr tausend Augen sich öffnen und tau-send sich schließen. An einem solchen Abend springt der Ver-band von alten Wunden auf, die wir in uns tragen. Gustavkam still im Dorfe an: am Eingänge dcS Gartens, der dasOttomarsche Schloß halb umlief, stand ein Knabe, der die