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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
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sich täuschten oder sich bestrebten, das Herz seiner Geliebtenzu haben, zu sich zuversichtlich sagen könne:sic hat dir'sgeschenkt." Aber diese außergerichtliche Schenkung dem Ne-benbuhler und Botschafter zu notisiziren, oder überhauptjemanden, das verbot ihm nicht bloS seine Lage, sondernauch sein Charakter; nicht einmal mir eröffnet«: er sie eher,als bis er mir ganz andre Dinge zu eröffnen und zu ver-bergen hatte. Ich weiß recht gut, daß diese Diskrezionein Fehler ist, dem neuere Romane nicht ungeschickt cntgegcn-arbeiten; hat darin ein Romanheld oder Nomanschrciber einHerz bei einer Nomanhcldin erstanden (und das gibt sieso leicht her, als säß' es vorn wie ein Kropf daran): sozwingt der Held oder Schreiber (die meistens Einer sind)die Heldin, das Herz heraus und hinein zu thun wie derStockfisch seinen Magen ja der Held holet selber dasHerz aus der verhüllenden Brust und weiset den erobertenGlobus über zwanzig Personen, wie der Operatör ein ge-schnittenes Gewächs handhabt den Ball wie eine Lorenzo->dose führt ihn ab wie einen Stockknopf und versteckt dasfremde Herz so wenig wie das eigne. Ich gesteh' es, daßdie Züge solcher Göttinnen von den Schreibern aus kei-nen schlechter» Modellen znsammcngctragen seyn können, alsdie waren, wornach die griechischen Künstler ihre Göttinnenoder die römischen Maler ihre Madonnen zusammen schufen,und man müßte wenig Weltkcnntniß haben, wenn man nichtsähe, daß die Fürstinnen, Herzoginnen re. in unfern Roma-ne» sicher nicht so gut getroffen wären, wenn nicht demAutor an ihrer Stelle Stuben- und noch andere Mädchengesessen hätten; und so, indem sich der Verfasser zum Her-zog und sein Mädchen zur Fürstin machte, war der Roman

Jean Paul's a»sge»>. Werke. II. 8