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ekelte Leben und Tod. Auf das was neben mir lag, sogarauf meine Mutter sah ich starr und kalt wie das Auge desTodes, wenn er ein Leben zcrblickt. Ein rundes Eisengitterin der Kirchenmauer schnitt aus dem ganzen Himmel nichtsheraus als die schimmernde zcrbrochne Scheibe des Mondes,der als ein himmlisches Sarglicht auf den Sarg, der dieErde heißet, herunter hing. Die öde Kirche, dieser vorigeMarkt des redenden Gewimmels, stand anSgestorben und un-tergraben von Todten da — die langen Kirchcnfcnstcr legtensich, vom Mond abgeschattct, über die Gitterstühle hinüber— an der Sakristei richtete sich das schwarze Todten-Kreuzauf, das Ordenskrcuz des Todes — die Degen und Sporender Ritter erinnerten an die zerbröckelten Glieder, die sieund sich nicht mehr bewegten, und der Todtenkranz des Säug-lings mit falschen Blumen hatte den armen Säugling hie-hcr begleitet, dem der Tod die Hand abgebrochen, eh' siewahre pflücken konnte — steinerne Mönche und Ritter mach-ten das längst verstummte Gebet an der Mauer mit ver-witternden Händen nach — nichts lebendiges sprach in derKirche als der eiserne Gang des Perpendikels der Thurm-uhr und mir war, als hört' ich, wie die Zeit mit schwerenFüßen über die Welt schritt und Gräber austrat als Fuß-stapfcu. . .
Ich setzte mich auf eine Altarstufe, um mich lag dasMoudlicht mit trübenden eilenden Wolkcnschatten; mein Geiststand hoch: ich redete das Ich an, das ich noch war: „wasbist du? was sitzt hier und erinnert sich und hat Qual? —Du, ich, etwas — wo ist denn das hin, das gefärbte Ge-wölk, das seit dreißig Jahren an diesem Ich vorüber zogund das ich Kindheit, Jugend, Leben hieß? — Mein Ich
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