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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
Seite
86
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niers, dcr sein buntes blühendes Gemälde täglich um einigeZoll wieder zusammenrollte, alles das hatte sich in BeatensBrust zu einem drückenden Seufzer gesammelt, den das lauteJagdschloß mit seinen Dunstkreisen einklcmmte und mit demsie reinere Acthcrkreisc suchte, um ihn an einem Grabe aus-zuhauchen und aus ihm den Stoff zu neuen cinzuathmcn.Schwärmerisches Herz! dn treibest mit deinen fieberhaftenSchlägen freilich dein Blut zu reißend um und spülest mitdeinen Güssen Ufer, Blumen und Leben fort; aber deinFehler ist doch schöner, als wenn du mit phlegmatischemGetriebe aus dem stehenden Wasser des Blutes bloßen Fett-Schlamm anlegtest!

Die Nachtwandlerin fuhr zusammen, da sie den schönenSchläfer sah; sie hatte im ganzen Garten, den sie in diesenstille» Minuten durchstrichen hatte, niemand vermuthet undgefunden. Er lag auf einem Knie sanft zusammen gesunken;sein blasses Gesicht wurde von einem schonen Traum, vomausgehenden Monde und von Beatens Auge angestralt. Ihrsiel nicht ein, daß er sich vielleicht nur schlafend stelle; siezitterte also um einen halben Schritt näher, um erstlich ge-wiß zu seyn, wer's wäre, und um zweitens mit vollem Augeans dcr Gestalt zu ruhen, vor der sie bisher nur vorüber-strcichen durfte. Unter dem Anschauen wußte sie nicht recht,wann sie cs eigentlich endigen sollte. Endlich wandte sieihrem Paradiese den Rücken, nachdem sie noch einmal ganzan ihn getreten war; aber unter dem trägen Rückwärtsgehensiel ihr (ohne Schrecken) ein,er wird doch nicht gar todtseyn." Sie kehrte also wieder um und behorchte seine wach-senden Athemzüge. Neben ihm lagen zwei spitze Steinchenso groß wie mein Dintenfaß; sie bückte sich zweimal neben