Zimmer über den Garten zum Berg hinüber lief, gleich an-dern Phaläncn ihren Hellen Fenstern nach. Er sah nichts alsbald das Licht, bald einen Kopf, der es verbauete; aber die-sen Kopf schmückte er im seinigen schöner aus als irgend eineFrau den ihrigen. Er legte und lehnte sich, halb kniend undhalb stehend, mit dem Blick gegen den langen Lichtstrom zu-gewandt, an das Postament der Pyramide an. Müdigkeitund schlaflose Nächte hatten seine Thräuen-Drüsen mit jenendrückenden und doch reizenden Thräncn gefüllet, die oft ohneAnlaß und so bitter und so süß kurz vor Krankheiten odernach Ermattungen ausströmen. — Dieselben Ursachen brei-teten zwischen ihn und die äußere Welt gleichsam einen dun-keln Nebeltag oder Heerrauch; seine innere Welt hingegenwurde aus einer Federzeichnung ohne seine Anstrengungein gleißendes Oelgemälde, dann ein musivisches, end-lich eines in erhobner Arbeit — Welten und Szenenbewegten sich vor ihm auf und ab — endlich schloß derTraum die ganze nächtliche Außenwelt mit seinen Augen-liedern zu und machte hinter ihnen eine neu geschaffne para-diesische auf; gleich einem Todteu lag sein schlummernderKörper neben einem Grabmal und sein Geist in einer überden ganzen Abgrund hinüberreichenden Himmels-Au. Ichwerde den Traum und sein Ende sogleich erzählen, wenn ichdem Leser die Person gezeigt habe, die den Traum zugleichverlängerte und endigte.
Nämlich Beata — kam. Sie konnte weder seine Wie-derkunft, noch seine letzte Stazion wissen. Die Nähe desOttomarschen Leichenbegängnisses, die Entfernung Gustavs,dessen Bild seit dem letzten Auftritt tief in und gleichsamdurch ihr Herz gepresset war, und die Entfernung des Som-