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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
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geläute ins stumme Trauerhaus, mit ihren zwölf Schlägen,die er da so oft gehört. Ach im Bett litt eine Gestalt,der man alles verzeihen will und die man noch ein wenigzu lieben und zu erfreuen eilt, ch' sie sich nicht mehr regt.Nicht das schmutzige cingedorrte Krankcngestcht, nicht die vonFiebern wcggcbaiztc Lcbensfarbe, nicht die Runzeln der Lippewaren es an Amandus (oder sind es an andern Kranken),was Gustavs Herz und Hoffnungen zerschnitt, sondern dasschwer gedrehte, aufflackernde, wilde und doch ausgebranntevcrglasctc Krankcnaugc, in das alle Leiden der vorigenNächte und die Nähe der letzten so leserlich geschrieben waren.

Amandus streckte ihm seine Todtcnhand weit herausentgegen, als ob cs möglich wäre, daß jemand anders alser sich noch an die fremde schwarze Färber- oder Todtcn-hand erinnerte, die er ihm neulich gereicht. Für ihn wardie Wiedervereinigung süßer als für Gustav, der hinter ihrdie lange Trennung warten sah.

Der Morgen und die Freude hielten den Vorhang sei-nes Lebens ein wenig im Niederfallen auf. Gustav trat alsKrankenwärter an die Stelle der Krankenwärterin, erstlichweil diese alles so gut und mit so vielen Umständen undRandnoten zu machen wußte, daß sie noch in seine letztenMinuten Galle schüttete, zweitens weil es ja in der Stunde,wo die ganze Natur in Gesellschaft des Todes mit hartenGriffen dem Menschen allen Putz und alle Kleidungstücke ab-zieht, die sie ihm geliehen, für die ohnmächtigen Freunde,die diese unerbittliche Hand nicht halten können, noch dereinzige Trost ist, unter dem Entkleiden, Erfrieren und Ein-schlafen des Bekannten durch Lächeln, durch unbedingte Ge-fälligkeit gegen alle seine Launen/ durch Erfüllung seines