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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
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unaussprechlich Geliebter! ich habe Dich zwar oft beleidigt,aber allezeit geliebt! O komm, lasse nicht den kurzen Athcmmeiner brechenden Brust, der auf dieser Erde aus lauterunerfüllten Seufzern bestand, mit dem letzten vergeblichenSeufzer nach Dir versiegen. Du sähest mich das erstemal,als meine Augen blind waren; sich mich znm letztenmale,wenn sie es wieder werden!"

Dieses Blatt riß ihn in dieser Stunde, wo ihm dieLiebe eines Menschen so wohl that, aus dem Schlosse fort,aber die Stellen des Herzens, an denen es ihn anfaßte,bluteten. Ein solcher Gang durch die Nacht beugt die Seelenieder und seinen Freund sah er auf diesem kurzen Wegemehr als zehnmal sterben. Bei jedem Vogel, den sie ausdem Bette sagten, dacht' er, wie wirst du im Finstern deinAcstchcn wieder finden bei jedem zerfließenden Licht, dasweit von ihm durch die Nacht wandelte, dacht' er, welchenSeufzern, welchen säuern Schritten wird es jetzt den lang-weiligen Steig beleuchten; und cs war ihm, als sah' er dasmenschliche Leben gehen. ES machte ihn nicht fröhlicher, alser einige Sonnenwagen, von einem Sonnenhof auö Fackelnumlegt, die unnützen Gäste des 8<u,pe>', das sic wie er ver-ließen, so fliegend hcimrollen sah, als führen sie einem ster-benden Freunde entgegen. Endlich wickelte sich die schlum-mernde Stadt auö den Schatten heraus; das Pharuölichtdes Thürmers und einige weit aus einander gcsäete Lichter,die wahrscheinlich die lange Nacht eines Kranken trübe undungeputzt abmaßcn, sielen auf den Trauer-Grund seinesInnern.

Leise pochte er am Krankcnhause, leise wurde aufgemacht,leise stieg er hinaus; blos die Uhr lärmte, wie ein Trauer-