Druckschrift 
2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

gcschriebnen und zu der jetzt vorfallcnden haben, ichängstige mich ab und am Ende werd' ich mit Mühe gelesen!

- Ist mir aber zu helfen?-

Amandus lag damals auf dem härtesten Bette von derWelt die Dornen- und Stein-Matratzen der alten Mouchefühlen sich dagegen wie Eiderduncn an auf dem Kranken-bette; sein ödes Auge ruhte oft auf der Stubenthüre, ob siekein Gustav öffne, ob nicht der Tod in der Gestalt einerFreude, einer Aussöhnung cintrcte und die Blume seinesLebens mit einem Liebe-Druck gelinde nicdcrlege; aber Gustavlag von seiner Seite auf einem Zauberbettc, an das ihn einbesserer Gott als Vulkan mit unsichtbaren Kettchen heftete;kaum regen könnt' er sich unter seinem Drathgcflccht.

Am Morgen, wo er sich vorbereitete, der Residentin dasPorträt und die Visite zu machen, zündete Oefel um ihneine Menge Raketen des Witzes an und gestand ihm mitder Zufriedenheit, mit welcher ein Belletrist stets die Armuthan leiblichen Gütern und die schwerere an geistigen, an Ver-stand re. erträgt, so viel gerade zu, er habe an Gustav dieNeigung zur Residentin vielleicht eher entdeckt als beideInteressenten selbst. Jede Gustavische Verneinung war einneues Blatt in seinen Lorbeerkranz.Ich will aufrichtigerseyn, sagt' er; ich will mein eigner Vcrräther werden, weilich keinen fremden habe. Im Zimmer, wo Sie einen Altarhaben, steht einer für mich; es ist ein Pantheon;*) Sieknien mehr vor einem Gott als einer Göttin ich aberfinde da meine Venus (Beata). Ihr mangelt zu einer me-dizeischen nichts als die Stellung; ich weiß aber

*) Im römischen Pantheon standen nur zwei Götter, derMars und die Venus.

3 *