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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
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sagte oben, sie hatte immer eine Ohnmacht, wenn der Mon-tag ihrer Tugend war. Es lasset sich aber erklären: ihrKörper und ihre Tugend sind an einem Tag und voneiner Mutter geboren und wahre Zwillinge, wie die GebrüderKastor und Pollux nun ist der erste wie Kastor mensch-lich und sterblich, und die andre wie Pollux göttlich undunsterblich wie nun jene mythologische Brüderschaft espfiffig machte und Sterblichkeit und Unsterblichkeit gegen ein-ander halbirten, um mit einander in Gesellschaft eine Zeit-lang todt und eine Zeitlang lebendig zu seyn: so macht csihr Körper und ihre Tugend eben so listig, beide sterben alle-zeit mit einander, um nachher mit einander wieder zu leben.Das artistische Sterben solcher Damen lasset sich noch voneiner andern Seite anschauen: eine solche Frau kann überdie Stärke und die Proben ihrer Tugend eine Freude haben,die bis zur Ohnmacht gehen kann; ferner über die Leidenund Niederlagen derselben eine Betrüb niß, die auch biszur Ohnmacht reichen kann: nun denke man sich, ob eineFrau beim vereinigten Anfall von zwei Gemüthbewegungen,wovon jede allein schon tödten kann, noch aufrecht zu ver-bleiben vermöge? Bekanntlich stirbt die Ehre der Damenvon Welt so wenig wie der König von Frankreich und esist daS eine bekannte Fikzion; wenigstens ist dieser Ehre derTod wie den Frommen ein Schlaf, der über 12 Stundennicht dauert. Ich kenne an unserem Hofe eine Art Ehreoder Tugend, die gleich einem Polypen an nichts stirbt, sickann wie die alten Götter verwundet, aber nicht umgebrachtwerden gleich Hornschrötern zappelt sie an der Nadel undohne alle Nahrung fort Naturforscher von Stand thnnoft einer solchen Tugend, wie Fontana den Aufgußthicrchen,

Jea» Paul's auSgrw. Wkrlr. II. Z