Bruder ihr in seinem Buche das Lob der schönsten liebreich-sten Herablassung erthcilt. Je weiblicher eine Frau ist, destouneigennütziger und menschenfreundlicher ist sie; und dieMädchen besonders, die das halbe menschliche Geschlechtlieben, lieben daö ganze von Herzen. Z. B. von der Re-sidenten von Bouse weiß man nicht, schenkt sie Armen oderMännern mehr. Alte Jungfern sind geizig und hart. —Mein Doktor und eine Flasche Wein kamen als Nachtisch.Da er im gegenwärtigen Buche alle Wochen liefet: so willich ihn darin lieber schelten alö preisen. Am besten ist's,ich webe hier ein Zwitterding, was ihn bei manchen wederlobt noch tadelt, ein — seine herzliche Zuneigung gegen dasweibliche Geschlecht, die zwischen gefühlloser Galanterie undFeuer-Liebe mitten innen steht. Diese nämliche Zuneigungstehet unserem Geschlechte gut, aber dem weibliche» nicht,und meine Schwester ist doch von diesem. Die Sache kambloö von ihrem linken Ohre her. Daö Ohrgehenk hatte sichdurch das Ohrläppchen durchgcriffen; sie hätte aber füglichbis auf den Montag warten können, wo ihr Bruder dasLäppchen ihr, wie einem jüdischen Knecht, auf die geschicktesteWeise würde durchlöchert haben. Allein heute sollte cs seynund sein Doktorhut war der Bcttschirm ihrer Absicht. EShätte gemalet werden sollen, wie der arme Pestilenziariusdas Ohrläppchen zwischen den drei Vordcrsingern scheuerteund rieb — wie ein ofsizinelleö Blatt, au das man riechenwill — um cs geschwollen und unempfindlich zu machen.Nichts ist mir und dem Medizinalrath gefährlicher, als wennwir nur mit zwei, drei Fingern an ein Frauenzimmer pickenund anstreichcn — mit dem ganzen Arm hinan zu kommen,ist für uns ohne alle Gefahr; so wie etwa die Nesseln weit
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