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Optimist. Zehn metaphysische Optimisten würd' ich füreinen moralischen auszahlen, der nicht ein Kraut wie dieRaupe, sondern einen ganzen Blumenflor von Freuden wieder Mensch, zu genießen weiß — der nicht fünf Sinnen,sondern tausend hat für alles, für Weiber und Helden, fürWissenschaften und Lustparticn, für Trauer- und Lustspiele,für Natur und für Höfe.-Es gibt eine gewisse hö-
here Toleranz, die nicht die Frucht des westfälischen Frie-dens, noch des Vergleichs von 1705, sondern die eines durchviele Jahre und Besserungen gesichteten Lebens ist — dieseToleranz findet an jeder Meinung das Wahre, an jederGattung des Schönen das Schöne, an jeder Laune das Ko-mische und hält an Menschen, Völkern und Büchern die Ver-schiedenheit und Eigenthümlichkeit der Vorzüge nicht für dieAbwesenheit derselben. Nicht blos das Beste muß uns ge-fallen; auch das Gute und Alles. —
Als die Leute aus der kleinen und ich aus der großenKirche zurück waren, sing man im Wuzischen Hause das Di-nircn an. Unser Brvdhcrr empfing das Gast-Paar mitseiner gewöhnlichen Freundlichkeit und mit einer ungewöhnli-chen dazu; denn er hatte heute aus seiner Kirchcnkollekte —er kroch nach dem Gottesdienst in alle Stühle und zog alleunter dem Einlegen niedergcfallnen Pfennige magnetisch ansich — eine ansehnliche Silbcrflotte von 18 Pfennigen mit-gebracht. Die Pracht des Mahls erdrückte in dieser Stubedas Vergnügen nicht. Messer und Gabel waren, wie schongesagt, von Silber und von mir; aber wer sollte nicht da-mit mit Vergnügen an einer Tafel agiren, wo der Bratenund die Sauce aus Einer — Pfanne gespeiset werden? —Unsere Schaugcrichte waren vielleicht für einen Chursürsten