Druckschrift 
1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
Seite
290
Einzelbild herunterladen
 

290

der Himmel gegen Osten licht- und wolkenlos, gegen We-sten mit Wolkenschläuchen verhangen ist: so kehr' ich michscherzhafter Weise mehr als zehnmal um steh' ich gegenOsten, so fliegen alle innern Wolken aus meinem Geisteweg fahr' ich gegen Westen um, so hängen sie sich wie-der um ihn her und auf diese Art zwing' ich durch schnel-les Umdrehcn die entgegengesetztesten Empfindungen, vor mirab- und zuzulaufen.

An logische Ordnung ist in diesem Lust-Sektor gar nichtzu gedenken; einige geschichtliche soll zu finden scyn. Nurwird mancher Gedanke mit tausend Schimmcrccken von mei-ner Lichtschecre erdrückt werden, wenn ich das Licht schnäuze,oder in meiner Tasse ersaufen, wenn ich gestrigen Kaffeedaraus trinke. Dem Publikum ist letzter mehr anzurathen:unter allen warmen Getränken ist kalter Kaffee zwar vomabscheulichsten Geschmack, aber doch von der geringsten Wir-kung. Der schlafende Tag wird schon wie eine schlafendeSchöne, in der die Morgenträume glühen, roth und mußbald das Aug' aufschlagen. Sein erstes wird poetisch zureden sepn, daß er meine Schwester weckt und mit ihrals Schlafgenoß in meine Stube tritt. Ich sollte wie einmährischer Bruder ein Paar tausend Schwestern haben, solieb' ich sie überhaupt alle. Wahrlich manchmal will ich mitden stößigen Satyrs-Bvckfüßen gegen das gute weibliche Ge-schlecht ausschlagen und lass' cs bleiben, weil ich neben mirdie kleinen Kirchcnschuhe meiner Philippine sehe und mirdie schmalen weiblichen Füße hinein denke, welche in so man-ches Dornengeniste und manche Gewitterregenlache, die beideleicht durch die dünnen weiblichen Fußtapeten dringen, tretenmüssen. Die leeren Kleider eines Menschen, zumal der