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Gustav fuhr in einer Trunkenheit des Schmerzes, dieder schöne Himmel in Thränen auflösetc, nach Scheerauund hielt jede Schwalbe und Biene, die unserem Schlossezuflogcn, für glücklich; die nächsten zehn Jahre hingenals zehn Vorhänge vor ihm düster nieder; „und liegen,fragt' er sich, Todtcngcrippe, Raubthiere oder Paradiesehinter den Vorhängen?" — Was ohne Vorhang vorihm saß und dozirtc, sah er auch nicht, den Professor.Zwei Stunden vor Scheerau schrieb er mir mit jener flam-menden Dankbarkeit, die aus dem Menschen nur in seinemzweiten Jahrzehend so stralcnd bricht. Wie bei allen Seelen,die sich mehr von innen heraus als von außen hinein ver-ändern, stand in ihm der Barometer seines Herzens oft un-beweglich auf demselben Grade. Die Regenwolken und denRegenbogen in seinem innern Himmel brachte er nach Schee-rau mit; er trug sein überhülltcs Herz in das weite wicdcr-hallende Kadettenhaus, und in dessen Jahrmarktlärm auf denTreppen, und in das Kadetten-Feldgeschrei wie unter dieSchläge einer Kupferschmiede und Walkmühle hinein — erwurde noch trauriger, aber mit mehr Schmerzen.
Das Merkwürdige im Zimmer, das er betrat und be-wohnte, waren nicht drei Kadetten — denn sic waren Kurrcnt-Mcnschen, Scheidemünze und prosaische Seelen, d. h. lustig,witzig, ohne Gefühl, ohne Interesse für höhere Bedürfnisseund von mäßigen Leidenschaften — sondern der Stuben-EphoruS, H. von Ocfcl, der mit dem Degen wie eine ge-spießte Fliege mit der Nadel lief. Oefel sing ihn sogleichzu beobachten an, um ihn Abends zu beschreiben; — in Ge-sellschaften aber beobachtete er jeden, nicht um fremde Pfiffezu erlauschen, sondern um seine vorzuweisen. So lobte er