schöner der Körper ist, desto mehr verzeiht ihnen die Welt;se größer die Tngcnd ist, desto weniger verzeiht sic ihr. —Jeder Jüngling denkt, keiner gleiche ihm in Gefühlen re.,aber alle Jünglinge gleichen sich. — Man muß sich nie ent-schuldigen; denn nicht die Vernunft, sondern die Leidenschaftdes andern zürnt auf uns und gegen diese gibt es keinenGrund als die Zeit. — Die Menschen lieben ihre Freudenmehr als ihr Glück; einen guten Gesellschafter mehr als denWohlthäter; Papagaien, Schooßhundc und Affen mehr alsnützliche Lastthierc. — Man erräth die Menschen, wenn manihnen keine Grundsätze zutraut; und der Argwöhnische hatallemal Recht, er erräth, wenn nicht die Handlungen desandern, doch seine Gedanken; die Niederlagen desSchlimmen und die Versuchungen des Guten. — DieSünde gegen den heiligen Geist, die dir keiner vergibt, istdie gegen seinen Geist, d. h. gegen seine Eitelkeit; und derSchmeichler gefallet, wenn nicht durch seine Ucberzcugung,doch durch seine Erniedrigung re.
Es gibt gewisse Regeln und Mittel der Menschenkennt-nis die der bessere höhere Mensch verschmäht und verdammt,und die gerade diesen nicht errathen helfen und die ihn we-der belehren, noch erforschen. — Der Professor ricth nochmeinem Gustav, sein Gesicht zu formen, Tugend auf demsel-ben zu silhouettiren, cs vor dem Spiegel auszuplättcn undcs mit keinen hcftigcü Regungen zu zerknüllen. Ich weißcs selber, für Weltlcute ist der Spiegel noch das einzigeGewissen, das ihnen ihre Fehler vorhält und das man, wiedas Gehirn, ins große und kleine einthcilen muß; das großeGewissen sind Wand- und Pfcilerspiegel, das kleine steckt inEtuis und wird als Taschenspiegel herausgczogcn; für die