tor nmznsctzcn. Daher hält auch das Marktgetöse der gro-ßen Welt allen Wuchs der Phantasie so glücklich am Boden.
Daran dacht' ich oft und warf mir manches vor. Würdenicht (hielt ich mir vor) ein gründlicherer Schulkollcge dei-nen Gnstav, wenn er mit dem Rücken auf dem Grase liegtund in den blauen Himmclkratcr hinanfzusinken oder aufFlügeln au den Schulterblättern durch das All zu schwim-men träumt, mit dem Spazicrftock an ein Buch von Nutzentreiben? Und, sagt' ich, wenn ich zum gründlicher» Kolle-gen sagte, es sei einerlei, woran eine kindliche Phantasie sichaufwinde, ob an einem lackirtcn Stäbchen, oder an einer le-bendigen Ulme, oder an einem schwarzen Näucherstccken:würde der Kollege nicht witzig versetzen, eben deshalb, es seialso einerlei? —
Inzwischen besaß' ich meines OrtS auch Witz; ich würdeauf die Replik verfallen: „glauben Sie denn, Hr. Konfra-ter, daß unter dem größten Spitzbuben und dem größten ko-mischen Dichter, den Sic vcrtircn, ein Unterschied ist? —Allerdings; ein guter Plan des Cartouchc ist von einem gu-ten Plan des Dichters Goldoni darin verschieden, daß dererste die Komödie selber anöführct, die der letzte von Schau-spielern ausführcn läfset."
Gustav war jetzt in der Mitte des schönsten und wich-tigsten Jahrzehcnds der menschlichen Flucht ins Grab, imzweiten nämlich. Dieses Iahrzchend deS Lebens besteht ausden längsten und heißesten Tagen; und — wie die heißeZone zugleich die Größe und den Gift dcr Thicre mehrt —so kocht sich an der Jünglingglut zwar die Liebe reif, dieFreundschaft, der Wahrheit-Eifer, der Dichtcrgcist, aberauch die Leidenschaften mit ihren Giftzähnen und Giftblasen.