218
renkt werden; jedes Buch, das wir nun zusammen lasen,kränkte nnö mit dem Gedanken, daß eS jeder allein zu Endebringen würde; ich wollte meinem Gustav kaum etwas mehrlehren, dessen Ausbau ich an fremde Architekten übergebenmußte, und jeder schöne Blumenplatz war unö die Gartcn-thür des Edens, die ein bewaffneter Cherub abschloß. DieSturmmonate seines Herzens rückten nun auch näher. Ichhatte ohnehin den Flügeln seiner Phantasie nicht Federn ge-nug auögcrifscn und ihn aus seiner Einsamkeit nicht oft ge-nug verjagt. In dieser trieb seine Phantasie ihre Wurzelnin alle Fibern seiner Natur hinein und verhing mit den Blü-ten, die seinen Kopf auslaubtcn, die Eingänge des äußernLichts. —
Wahrhaftig weder der klappernde Mentor, noch seineBücher, d. h. weder die Gartcnschccre, noch die Gießkanne,sättigen und färben die Blume, sondern der Himmel unddie Erde, zwischen denen sic steht — d. h. die Einsamkeitoder Gesellschaft, in der das Kind seine ersten Knospen-Minutcn durchwächsct. Gesellschaft treibt im Alltagkind, dasseine Funken nur an fremden Stößen gibt. Aber Einsam-keit zieht sich am besten über die erhabnere Seele, wie einöder Platz einen Pallast erhebt; hier erzieht sic sich unterbefreundeten Bildern und Träumen harmonischer als unterungleichartigen Nutzanwendungen. Um so mehr haben Ge-neral-Acciskoüegicn darauf zu sehen, daß große poetische Ge-nies — im Grunde taugt keines zu einem geschcidtcn Kam-mer- oder Kanzlciverwandtcn — vom zehnten Jahre biszum fünfunddrcißigsten in lauter Besuch-, Schreib- und Vo-tierzimmcrn hcrumgchctzct werden, ohne in eine stille Minutezu kommen; sonst ist keines in einen Archivar, oder Registra-