O Salis! in diesem Doch sind alle unsere verwehten Seuf-zer, alle unsere vertrockneten Thrünen und heben das steigendeHerz aus seinen Wurzeln und Adern und eS will sterben!
Die Stimme der edeln Sängerin unterlag der Weh-muth, aber sie sang doch die letzte der Strophen diesesSphären-Liedes, obwol leiser in der schmerzhaften Über-wältigung:
Das arme Herz hicniedcnVon manchem Sturm bewegt,
Erlangt den wahren Frieden,
Nur wo eS nicht mehr schlägt.
Ihre Stimme brach, wie ein Auge bricht oder ein Herz....Ihr Freund hüllte sein Haupt in die Blätter der Laube —das ganze Erdenlebcn zog wie eine Klage vorüber. — Klo-tildens schwere Vergangenheit, Klotildenö düstere Zukunftrückten zusammen vor seinem Auge und warfen im Dunkelnden Lcichenschleier über diesen Engel und zogen sie verhülletin das Grab zur Schwester. ... Er hatte sogar den Ab-schied vergessen... er hatte nicht den Muth, die großeSzene um sich anzuschauen und die Gebeugte neben sich....
Er hörte die Kleine gehen und sagen: „ich hole dir eingrößeres Kissen unter den Kops."
Klotilde stand auf und faßte seine Hand — er kehrtesich wieder um in die Erde — und sie schauete ihn an miteinem verweinten, aber zärtlichen Auge, dessen Tropfen zurein waren für diese schmutzige Welt, aber in diesem großenAuge stand etwas gleichsam wie die fürchterliche Frage: „lie-„ben wir uns nicht vergeblich für diese Welt?" — Und ihrschlagendes Herz erschütterte die blutige Nelke. — Der Mondund der Abendstcrn glimmten einsam wie eine Vergangen-